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Erstens kommt es anderes und zweitens als man denkt.

Ende 2015 war meine Vorstellung von 2016 wohl eine komplett andere als die es jetzt geworden ist.

Meine Vorstellung: natürlich an die Erfolge aus 2015 anknüpfen und die Leistung weiter steigern.

Als ich im Oktober krank aus Israel von dem Etappenrennen zurück nach Hause kam war mir das Ausmaß dessen noch nicht bewusst.

Die Probleme rund um die Mandelentzündung hielten an, keiner wusste so recht was es ist, aber scheinbar ist es etwas.

Zudem kam Ende des Jahres 2015 noch die für mich unglaubliche Nachricht: Der DOSB schreibt die Kaderkürzung vor. Eine davon bin ich. Somit hatte für mich die Nationalkaderzeit nach 2013, 2014 und 2015 ein Ende.

Traurig, sehr traurig! Die Argumentation zur Streichung aus dem Nationalkader kann ich bis heute teilweise nicht verstehen, wobei vielmehr das gesamte System zu kritisieren und hinterfragen ist.

Wo auch einem Nationaltrainer dann doch die Hände gebunden sind andere Entscheidungen zu fällen und durchzusetzen.

Jetzt, mit dem wohl nötigen Abstand zu der Situation, kann ich sagen war es für mich vielleicht die richtige Entscheidung, die für mich getroffen wurde.

Trotzdem Danke für die unvergessliche Zeit im Nationalkader.

Seit der Kindheit auf dem Rad, in den Sport immer mehr hineingewachsen und die stetige Steigerung in diese Sportart. Mein Leben hat gefühlt nicht mehr und nicht weniger als der Radsport ausgemacht. Alles war darauf ausgelegt und ausgerichtet. Womit ich nicht bei allen Anklang fand. Aber das war mir bewusst und all die Verzichte wollte ich eingehen.

Dass es tatsächlich ein Leben neben dem Sport (Radsport) geben kann war mir nie ersichtlich, festgefahren in dem System konnte ich nicht links und rechts von meiner Spur absehen.

Gut ein Jahr später, jetzt im November 2016, schaue ich auf die Zeit zurück. Ich habe gelernt, was sich im Leben noch alles erleben lässt. Natürlich ist der Radsport aus meinem Leben nicht ganz wegzudenken und das will ich auch nicht. Doch die Zeit die ich auf dem Rad verbringe oder mit Sachen des Radsports ist nur noch ein Bruchteil von dem wie es vorher mal war.

Das Gelernte auf dem Rad im Verein dem Nachwuchs zu zeigen und ihnen es beizubringen, anderen Hobbys nachzugehen und die Berufsperspektive nicht so sehr aus den Augen zu verlieren.

Anfang des Jahres kam dann noch die dritte Sache hinzu. Ob das was ich zu der Zeit studierte für mich wirklich das Richtige sei traute ich mich wahrscheinlich gar nicht selbst zu fragen. Gut, dass man da noch eine Mutter hat die das alles neben dem Radsport im Blick hielt.

Ja, es war nicht ganz das, was mir als Studium und als späterer Beruf gefiel. Den Studiengang Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement wählte ich 2014 nach meinem Abitur ohne große Orientierungszeit. Was für mich ausschlaggebend war, war dass ich es gut mit meinem Sport kombinieren konnte.

So fühlte ich mich Anfang des Jahres schnell etwas nutzlos und wusste selbst nicht was ich wollte oder sollte.

Radfahren, ja doch das wollte ich schon immer und immer noch.

Was mir zu meinem Glück keinerlei Druck machte waren mein Team (FujiBikes Rockets), mein super Trainer (Sebastian Mordmüller) und natürlich meine Familie, insbesondere meine Eltern!

Ich bin gut ins neue Jahr gekommen, mit vielen Freunden auf Mallorca auf dem Rad. Auch da lief das Training nicht wie gewollt. Ein weiteres Trainingslager verbrachte ich über Ostern am Gardasee zusammen mit meinem Freund und ein paar wilden Jungs J

Mein erster Wettkampf für 2016, war recht spät, in Apeldoorn (NED) ein XCE (Sprint) und XCC (Short Race) Rennen am 3.April. Ich kam ganz gut zurecht, obwohl ich den Winter kein oder kaum Training hatte.

Ich fuhr danach was mir gefiel und wo ich Spaß an der ganzen Sache hatte. So auch der Trip nach Dänemark zusammen mit meinem Team und meinem Freund. Mir war es egal, wie viele UCI Punkte (für die Weltrangliste, wonach die Startaufstellung bei internationalen Rennen erfolgt) ich für das Rennen bekam oder nicht.

Mein bestes Rennen der Saison fuhr ich bei der Landesverbandsmeisterschaft in Haltern. Das Rennen war rückblickend quasi mein Highlight aus 2016. Ohne Probleme konnte ich Druck aufs Pedal bringen und mir den Sieg vor Theresia Schwenk und Jessica Lambracht holen. Aber auch der Sieg beim City Mountainbike Rennen in Antwerpen (BEL) war ein tolles Rennen.

Danke an Florian, der mich bei den Rennen bestens verpflegt und mich immer unterstützt hat.

 

Nach langer Zeit konnte ich auch mal wieder die NRW-Cup Gesamtwertung gewinnen. Durch die vielen internationalen Rennen in den Jahren zuvor war es mir nicht möglich alle Rennen der lokalen Rennserie des NRW-Cups zu bestreiten.

Wie schön es ist, auch vor heimischen Publikum zu fahren geriet bald schon fast in Vergessenheit.

Eine Zeit der Orientierungslosigkeit Anfang 2016 hat jetzt Ende 2016 in den festen Berufswunsch Sport auf Grundschullehramt zu studieren geendet. Der Wunsch Sport zu studieren und in einer Grundschule zu arbeiten war dennoch nicht ganz neu.

Fast jedem bekannt ist der Sporteignungstest für das Sportstudium.

Als Spezialist (Radsport, Laufen, ... ) und nicht Allrounder im Sport war der Test für mich mit einer langwierigen Übungszeit verbunden.

Jetzt studiere ich und habe einen Plan wohin ich will. Von der Radszene werde ich mich aber nie verabschieden. Mal mehr und mal weniger habe ich die Zeit zum Radfahren neben dem Studium und nicht mehr wie es sonst so bei mir hieß: Zeit fürs Studium neben dem Radsport.

Zweigleisig zu fahren ist für Manche möglich, aber wie anstrengend das ist und ob es gelingt bleibt dahin gestellt.

Ich wünsche euch allen einen super Einstieg in den Winter und riesen Dank für die zahlreiche Unterstützung.

Wir sehen uns auf dem Bike J!