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25.07.2015

 

Den Dienstag verbrachten wir mit gut 14 Stunden im Auto. Am Mittwoch

ging es dann endlich auf den Kurs in dem kleinen Dorf hoch in den Bergen der Dolomiten. Gefühlt ging es nur Berg rauf und der technische Anspruch lag nicht in wurzeligen Downhills, sondern hier kam es besonders auf das saubere Fahren der vielen Wiesenkurven an.

Den Start zur Europameisterschaft machte die Staffel am Donnerstag Abend mit Maximilian Brandl, Helen Grobert, Ben Zwiehoff und Manuel Fumic. Grandios haben sie sich den Titel geholt!

Grade ein Ereignis vorbei mussten wir Freitag früh mit Entsetzen feststellen, dass fast alle Bikes der deutschen Nationalmannschaft geklaut wurden. Als Sofia kam und mir sagte die Räder seien weg, dachte ich sie macht einen Scherz. Doch als sie auch noch beim 3. Nachfragen ziemlich ernst war wusste ich, dass wir wohl Opfer dieser kriminellen Banden sind. Als ich dann tatsächlich mein Rad nicht mehr vorfand war alles da: Traurigkeit, Wut, Ratlosigkeit und ja auch eben Radlosigkeit!!!

Schnelles Handeln war gefragt, es mussten Ersatzbikes für jeden Fahrer her, sodass Jeder an den Start gehen konnte. Dank der Unterstützung anderer Nationen haben wir alle Fahrer mit einem Bike versorgen können. An dieser Stelle vielen Dank an das Ghost Factory Racing Team & Andy Gilgen welche mir ein Top Rad auf die Schnelle zur Verfügung gestellt haben.

Am Freitag hatte ich somit noch die Möglichkeit das Rad einmal Probe zu fahren und meine Vorbelastung auf dem Kurs mit dem Rad zu machen. Mit viel Mühe wurde mir das Bike von den Ghost Jungs eingestellt, ein anderes Kettenblatt drauf geschraubt, die Kliets an den Schuhen gewechselt und alles zum perfekten Laufen gebracht.

An dem Rad gab es nichts zum Aussetzen... ein tolles Rad. Doch ein fremdes Rad im Wettkampf zu fahren ist nicht optimal, dies war uns bewusst. Ich habe versucht den Faktor auszublenden oder die ganze Situation vielmehr so anzunehmen. Zu unserem Start am Samstag um 14:00 Uhr fing es wieder an zu regnen. Für mich eigentlich optimal, zumal es die Tage davor um die 40 Grad hatte was für mich zu heiß ist. Doch durch den Regen war die Strecke bergauf an einigen Stellen nicht zu fahren, wie auch der lange Zielwiesen Berg. Dadurch kam es zu einer deutlich zu langen Renndistanz! Mein Start war recht gut, doch dann wollte es nicht mehr so weiter. Wobei mir Laufpassagen sonst immer liegen, liefen dieses mal alle an mir vorbei. In der 2ten Runde stürzte ich dann noch ziemlich doof in einer Wiesenabfahrt, da fehlte mir vielleicht noch das Vertrauen zu dem Rad in der Abfahrt voll laufen zu lassen, also die Finger so gut wie ganz von den Bremsen zu lassen. Zumindest in manchen Passagen. Doch daraus habe ich gelernt, die nächsten Runden liefen Bergab immer besser und ich habe mich immer besser mit dem Rad zurecht gefunden. Leider musste ich aufgrund des Sturzes in der, zum Glück gleich nach der Abfahrt sich befindenden, Tech-Zone anhalten. Der Stopp war kurz, Bremse gerichtet und weiter geht die Fahrt oder ja eben der Lauf. In der Mitte des längsten Anstiegs streike dann etwas die Schaltung, zu meinem Glück stand dort René. Ich konnte die Kette wieder richten und bis in die nächste Tech-Zone fahren wo Theo, einer unserer Mechaniker schon per Funk von René alle Infos bekam was los ist. Theo hat mir die Schaltung eingestellt und weiter ging die Fahrt. Ob die Schaltung wegen des Sturtzes oder des vielen Schlamms nicht mehr richtig lief weiß ich nicht, im Grunde jetzt auch egal. In der Zeit wo ich in der Zone stand fuhr Sofia an mir vorbei. Ich konnte mich doch wieder an sie ran kämpfen. Vom Gefühl lief nichts, ich habe mich nur noch durch gekämpft bis ich meine Runden voll hatte. Nach der viel zu langen Renndauer, dem gestohlenen Rad und dem damit zusammenhängenden Chaos war ich froh mein Rennen hinter mir zu haben.